Klein, kleiner, VoCore

VoCore

Ich bin ausgesprochener Freund von Crowdfunding und sinnvollen Ideen. Daher weckte vor einiger Zeit ein Projekt auf indiegogo meine Aufmerksamkeit.  Ich sah, dass von den gewünschten 6000 Dollar noch nicht einmal tausend zusammengekommen waren und die Restzeit nicht mehr all zu üppig war. Also hab ich fix mal 40 Dollar in den Hut geworfen und hoffte, dass das Funding noch klappt. Die OpenWRT Gemeinde und einige Blogs griffen das Projekt aber wenig später auf und so flossen die Spenden in Strömen. Am Ende des Fundingzeitraums summierten sich die Spenden auf insgesamt auf 116.237 Dollar also 1937% des angepeilten Ziels.

Es geht bei diesem Projekt um einen offenen Router der von der Grundfläche her die Grüße einer 2-Euro-Münze hat. Sowohl die Hardware als auch die Software ist offen verfügbar. Treibende Kraft ist ein Ralink RT5350F SoC mit 360Mhz basierend auf der Mips 24c Architektur. Dem stehen 32 MByte SDRAM zur Seite und 16 MByte Flash Speicher. Ich habe mir das ganze mit Dock gekauft. Der eigentliche Router ist nur die obere Platine auf dem Foto. Die untere Hälfte ist das Dock mit dem Netzwerkanschluss, USB, Micro USB und Micro SD Slot. Der VoCore selbst hat 28 GPIOs, die man für allerhand Projekte gebrauchen kann, wenn man keinen Raspberry Pi nutzen möchte. Das Gerät kam mit OpenWRT in der aktuellen Trunk Version „Chaos Calmer“.

Die Homepage des Entwicklers schreibt, dass der Router als Access Point etwa ein Watt verbraucht. Ich habe direkt mal den Durchsatz gemessen, den der Router verkraftet. Leider konnte ich mit iperf nicht mehrere Streams vom VoCore aus testen. Ein einzelner Stream brachte es auf etwa 70MBit/s. Ein Test von WLAN in das dahinterliegende LAN brachte bei exzellenter WLAN Verbindung etwa 40MBit/s bei 10 parallelen Streams. Für die meisten Heimautomationszwecke wird das reichen. Eine Festplatte die per USB an den VoCore angeschlossen ist ergibt dagegen wenig Sinn.

Der Preis von 20 Dollar für die Platine ist in Ordnung. Die 45 Dollar für den VoCore mit Dock sind dagegen schon etwas teuer, wenn man die Produktpalette mit der Ausstattung als Referenz nimmt. Einen Raspberry Pi durch dieses Gerät zu ersetzen lohnt eher nicht. Eine PirateBox damit aufzusetzen wäre eine sinnvolle Verwendungsmöglichkeit.

Über Steffen Förster

Softwareentwickler und Freifunker
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